Keine Angst vor großen Märkten

Steyerberg, 18.11.2013

6. Unternehmerforum Agrar der Volksbanken: "Märkte – Margen – Möglichkeiten"

Bücken. Mit mehr als 500 Teilnehmern stark besucht und mit einer beeindruckenden Rednerliste besetzt präsentierte sich das 6. Unternehmerforum Agrar in der „Mittelweserhalle“ des Gasthauses Thöle in Bücken. Die Organisatoren – die Volksbanken der Region, federführend vertretend durch die Volksbank Steyerberg und die Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer – hatten die Tagung unter die Überschrift „Märkte – Margen – Möglichkeiten“ gestellt.

Wohin geht die Reise für die landwirtschaftlichen Betriebe; welche Chancen bieten sich für wen und wo? Wilfried Brümmer, Vorstand der Volksbank Steyerberg eröffnete die Veranstaltung. „Das Unternehmerforum solle“, so Brümmer, „bei den geänderten Rahmenbedingungen für unsere Landwirtschaft Lösungsansätze aufzeigen und Diskussionen über verschiedene, erfolgreiche Entwicklungsstrategien anregen.“

Moderiert von Henrich Meyer zu Vilsendorf, Chef der Landwirtschaftskammer in Nienburg, setzten sich Kreislandwirt Tobias Göckeritz, Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Geschäftsführer der Marketinggesellschaft der Niedersächsischen Land- und Ernährungswirtshaft, Dr. Christian Schmidt, und Dr. Holger Hennies, Vorsitzender der Vereinigung der Norddeutschen Direktvermarkter, mit dieser Frage auseinander.

Trotz im Detail unterschiedlicher Ansätze betonten alle Fachleute die Chancen, die gerade für den landwirtschaftlichen Mittelstand in der Globalisierung lägen. Beispielsweise, indem Marktsegmente besetzt und Wünsche bedient würden, die Großunternehmen nicht besetzen könnten: Produkte aus der Region für die Region, ortsnah erzeugt und idealerweise auch dort veredelt. Damit, stellte Kreislandwirt Göckeritz klar, sei nicht der klassische Straßenverkauf gemeint, sondern geschickte Vermarktungsstrategien, die entwickelt werden müssen.

Regionen und Gemeinden mit starken Veredlungsbetrieben profitieren von ihren Landwirten durch Arbeitsplätze vor Ort und damit verbunden Dörfer mit hoher Lebensqualität, so Meyer zu Wehdel. Der Kammerpräsident stellte klar, dass die Landwirte ihre Betriebe weiterentwickeln wollen und werden. Wobei der Begriff des Wachstums nicht unbedingt auf „Größe“ zu beziehen ist, sondern auf „Stärke“. In diesem Zusammenhang appellierte Meyer zu Wehdel an die Landwirte, stärker als bisher in die Öffentlichkeit zu gehen, zu kommunizieren, was sie vorhaben und warum sie es vorhaben. Die Bedeutung einer verbesserten Kommunikation wurde auch aus dem Vortrag von Dr. Christian Schmidt deutlich: Der Marketingfachmann unterstrich das grundsätzlich gute Image der mittelständischen Landwirtschaft und betonte, die Verbraucher wünschten zunehmend nicht das billigste Produkt, sondern werthaltige Ware. Die könnten die deutschen Betriebe liefern; gerade im Bereich der nachvollziehbaren Erzeugungs- und Veredelungswege lägen außerdem große Chancen für die mittelständische Landwirtschaft.

Dr. Schmidt redete einer offensiveren Vermarktung regionaler Produkte das Wort – nicht im Sinne eines betrieblichen Einzelkämpfertums, sondern im Rahmen einer Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zur Vermarktung. Wobei – das verdeutlichte Dr. Holger Hennies mit Blick auf den eigenen Betrieb – es sich durchaus lohnen kann, auch mit dem eigenen Hof neue, zusätzliche, Wege zu gehen: Der Vorsitzende der Norddeutschen Direktvermarkter sprach unter der Überschrift „Lebensqualität“ sowohl „landwirtschaftsnahe Dienstleistungen“ wie auch die „Vertrauensprodukte“ Eier, Milch, Fleisch, Obst und Gemüse an.

Den Abschlussvortrag der Veranstaltung hielt der Motivationstrainer Ralph Goldschmidt mit dem Thema „Lust auf Leistung“. Er gab den Gästen Denkanstöße, wie es gelingt, die eigenen Ziele und Pläne nicht aus den Augen zu verlieren, sondern konsequent und erfolgreich umzusetzen. Auf amüsante Weise verdeutlichte er, wie der „innere Schweinehund“, bei ihm Horst genannt, wirkungsvoll besiegt werden kann.

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